Mensch sein
"Wie die Natur vor der Geburt die richtige Umgebung für den physischen Menschenleib herstellt, so hat der Erzieher nach der Geburt für die richtige physische Umgebung zu sorgen. Nur diese richtige physische Umgebung wirkt auf das Kind so, dass seine physischen Organe sich in die richtigen Formen prägen." (Rudolf Steiner)
Gesten, Gebärden, Bewegung
Das Kind in den ersten sieben Jahren setzt sich durch Nachahmung mit seiner Umwelt auseinander. Vorbilder sind die Menschen in seiner nahen Umgebung."Mensch sein lernt der Mensch nur am Menschen." ( Novalis) Die drei grundlegenden Kräfte im Menschen: Aufrecht gehen, Sprechen und Denken entfalten sich durch Nachahmung in den ersten drei Jahren seines Lebens.
In dieser frühen Kindheit ist das Interesse des Kindes ganz auf Gesten, Gebärden, Bewegung gerichtet. Durch Bewegung entwickelt sich Sprache, durch Sprache entwickeln sich Gedanken. Wenn das kleine Kind sich ganz hineingibt in die Gesten, die Bewegung, so nimmt es aber nicht nur das äußere Bild wahr. Die Gesinnung der Menschen seiner unmittelbaren Umgebung, deren Seelenhaltung, werden verinnerlicht und regen die individuelle geistige Entwicklung des Kindes für sein eigenes Leben und Handeln an. Die moralischen Qualitäten, die das Kind aus seiner Umgebung aufnimmt, entscheiden für sein künftiges Leben. Mit dem Ich-Erlebnis des Kindes - etwa im dritten Lebensjahr - trennt sich das Kind innerlich von der Welt ab. Seine Nachahmungskraft nimmt nun gerne Impulse für eigene Spielideen und Tätigkeiten auf. Hier zeigt sich auch die Bedeutung des freien Spiels für die Entwicklung des Kindes.<br>

